WRKS Space – in der Design Post Köln
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WRKS Space – in der Design Post Köln

Unsere Markenbotschafter von MBSY haben in der Design Post Köln einen Ort geschaffen „zum Arbeiten, Netzwerken, Kollaborieren und vor allem zum Erleben ihrer Partner Brands Baux, Bulo, und Supergrid™“- den WRKS.SPACE.

„Die Design Post Köln fungiert als Toolbox, mit der ihre Kunden Markenereignisse, Produkteinführungen, Gespräche, Meet-ups, Bemusterungen und Pitches organisieren können.“

Im Mai hatten wir das Vergnügen, in der Design Post das Supergrid™ aufzubauen und damit gleichzeitig auch unsere Botschafter mit dem Konzept zu schulen. Das Team um Markus Schiffer war mit viel Spaß und Neugierde dabei und ließ sich von der unkomplizierten Montage unseres Büromöbelsystems begeistern…

Wir führen ein Gespräch mit Markus Schiffer, Geschäftsführer der MBSY GmbH und Wolf Deiß, Geschäftsführer der Artis Space Systems GmbH unter anderem über das Selbstverständnis von MBSY , über Workspaces und Nachhaltigkeit.

Moderation: Katharina Wolter (Artis Space Systems GmbH)

Wolf Deiß (Artis Space Systems) und Markus Schiffer (MBSY)

Hallo Markus! Was ist ein Markenbotschafter? Was unterscheidet euch vom klassischen Vertrieb?

Markus: Als Markenbotschafter bist du quasi in der Funktion zwischen Marke und dem Endkunden angesiedelt, mit der Aufgabe bestmöglich das Markenerlebnis zum Kunden zu transportieren. Wenn man als Berater direkt am Kunden ist, kann man die Produkte besser spiegeln und präsentieren. Es ist emotionaler und es ist möglich, bei dem unglaublichen Überangebot, die Marken positiv zu positionieren und das Interesse zu wecken.

Es gibt sehr viele Kunden die merken, dass wir ganz anders arbeiten als der klassische Vertrieb. Da teilt sich dann die „Spreu vom Weizen“. Ich habe mich noch nie so richtig wohl gefühlt in der Rolle des klassischen Vertrieblers, also reinen Handelsagenten.

Es geht im Grunde um die Kunst, den Kunden zu verstehen und an der richtigen Stelle persönlich abzuholen. Das ist aber nur mit einem Team möglich, das im persönlichen Austausch überhaupt in der Lage ist, Begeisterung beim Gegenüber zu wecken. Das können nicht viele, umso wichtiger war mir immer Persönlichkeit und Marktkenntnis.


Nach welchen Kriterien suchst Du die Brands aus, die ihr vertretet? Gibt es gemeinsame Nenner?

Markus: Im Vordergrund steht bei uns der Begriff Kollaboration: das Zusammenspiel und die Kombination verschiedener Marken, die sich bei einem Projektvorhaben ergänzen können.

In den letzten zehn Jahren habe ich meine Kontakte aufgebaut und etabliert und habe Marken sozusagen übersetzt. Das spannende ist doch, dass Kollaboration in der Diskussion über Neue Arbeitswelten ein zentraler Begriff ist, der sich in unserer Idee von Kollaboration unter den Marken wiederfindet.

Ich suche mir auch nur Brands aus, hinter denen ich persönlich hundertprozentig stehe.

Aufbau bei WRKS im Mai

Möchtest Du noch mehr Marken unter „einem Dach“ versammeln?

Im Moment sind wir in der Situation, dass uns viele Marken ansprechen, aber es muss zusammenpassen, der Kontakt muss funktionieren und harmonieren. Am Ende des Jahres wird sicherlich eine Bewertung der aktuellen Partnerschaften stattfinden, wo wir auswerten werden, welche Brands am besten zu uns und unserer Arbeitsweise passen.


Markus, wie funktioniert die Idee mit WRKS, kann ein Coworkingspace gleichzeitig Showroom sein? Wie läuft das im Alltag?

Markus: Die Idee hat sich über längere Zeit entwickelt, mir war es wichtig einen Raum zu schaffen, wo die Interessenten arbeiten und netzwerken und gleichzeitig die Marken im Arbeitsalltag erleben können. Das hat einen enormen Mehrwert.

Mobilität bezogen auf Ort und Zeit und Coworking ist ein wichtiger Baustein und gehört zur neuen Arbeitswelt dazu. Die Hersteller, die wir vertreten, können anstelle einer statischen Möbelausstellung, im WRKS mit ihren Produkten einen echten “Use Case” erlebbar machen.

Der Space ist ab sofort über eine Webseite buchbar und zwar kostenfrei! Die Besucher können dann alle vier Bereiche des Workspace nutzen, selbstverständlich auch das ganze Equipment an dem tollen Tresen, den ihr gebaut habt. Außerdem kann man Termine mit unserem Team vereinbaren. Wir versuchen natürlich auch möglichst oft im WRKS unsere administrative Arbeit zu erledigen oder Meetings abzuhalten.

Anmerkung der Redaktion: Anmeldelink am Ende des Blog

Rundgang WRKS.Space: Community und Co-Working Areas
Fotos by Silke Steinraths

Kommt ihr euch mit Design Post Touristen „ins Gehege“?

Markus: Der Betrieb läuft ja noch nicht zu normalen Bedingungen, aber auch nach Corona muss man sich Terminslots buchen und kann die Räume nicht wie ein Museum besuchen.

Wolf: Sind diejenigen Nutzer, die bisher angefragt haben, eher Unbekannte oder kommen die eher aus Kreisen bestehender Kontakte?

Markus: Da in der Design Post bereits vor WRKS schon Termine stattgefunden haben, gibt es derzeit noch viele Interessenten, die den Ort bereits kennen. Natürlich möchten wir zukünftig über unsere Brands neue Zielgruppen ansprechen.


Das Konzept der Kollaboration und Mobilität im Büro scheint sich durchgesetzt zu haben. Ist die Idee von Coworking auch in ländlichen Gebieten umsetzbar oder ist es viel mehr ein urbanes Thema? Mal ganz unabhängig von der digitalen Infrastruktur.

Wolf: Also, sicher ist New Work / Coworking etc. vom Ursprung eher ein großstädtisches Thema. Raum ist teuer und knapp, die Jungen und Mobilen drängen in die Stadt, Start Ups entstanden…Mittlerweile gibt es aber nicht nur durch die Pandemie verstärkten Druck auf ländliche Gebiete und ich denke, dass es auch hier mittelfristig einen Generationenwechsel geben wird und mit immer stärkerer Digitalisierung auch einfacher werden wird.

Coworking als nicht-temporäre Arbeitsweise wäre aber sicher nur,- egal ob in der Stadt oder auf dem Land-, als Hybrid zwischen klassischem Arbeitsplatz und Homeworking vorstellbar. Ob sich der Kollaborationsgedanke durchsetzt, werden die nächsten Jahre zeigen.

Markus: Mir ist auch aufgefallen, dass die ganzen WeWork und Design Offices immer innerstädtisch in zentralster Lage anzutreffen sind und sich nicht auch in die städtische Peripherie oder gar auf´s Land begeben. Manche Unternehmen haben das aber bereits für sich entdeckt, nicht nur aus Kostengründen.

Natürlich sind kurze Wege zum Shoppen und Kaffeetrinken in der Innenstadt attraktiv, aber der Mehrwert mit einer Mischung aus Remote Working und Bürozeiten, weniger im Stau stehen zu müssen, den Verkehr damit zu entlasten und andere städtische Stressfaktoren vermeiden zu können, ist nicht zu verachten.

Neulich habe ich von einem Konzept erfahren, zum Beispiel nicht mehr genutzte Sparkassenfilialen zu Coworking- Spaces  umzubauen. Das finde ich eine tolle Sache, es muss halt Unternehmer geben, die das einfach mal machen.

Wolf: Ich war ja schwer beeindruckt, was in Köln gerade an Großprojekten in und um die alten Deutz- Werke entwickelt wird. Hier entsteht viel Potenzial, hoffentlich zum Wohnen und Arbeiten-abgesehen davon ist die Messe ja auch gleich um die Ecke.

Cocoons für zurückgezogenes Arbeiten

Wie bewertet ihr das Thema Homeoffice, nach den Erfahrungen der letzten Monate?

Markus: Homeoffice wie wir es zur Zeit der Pandemie hatten / haben ist sicher nicht die optimale Lösung, vor allem wenn man kein separates Arbeitszimmer hat. Ich verwende auch lieber den Begriff Remote-Working und sehe das als Möglichkeit, die Arbeitswoche freier zu gestalten, nämlich sogenannte Stillarbeit von jedem beliebigen Platz -mit Internetanschluss- aus machen zu können und für die Teammeetings und den kreativen Austausch mit Kollegen Bürozeiten einzuplanen.

Das erfordert eine gewisse Infrastruktur, vor allem digital, aber auch Vertrauen in die Mitarbeiter. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Arbeitgeber eigentlich sehr viele Vorteile bringen kann auf diesen Wandel aufzuspringen und nicht nur schwarz-weiß zu denken. Das wird sich in den nächsten Jahren noch spannend entwickeln.


Wolf, aus dem Handwerk- Mittelstand kommend, weißt Du wie wichtig es ist, langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben. In Deinem Planungsbüro werden feste Arbeitsplätze bisher bevorzugt. Welche Anstrengungen erfordert es, den neuen Anforderungen an mobiles Arbeiten zu entsprechen?

Wolf: Schwieriges Thema. Die Diskussionen der letzten Monate dazu bezogen sich ja fast immer auf den Ausschnitt der Arbeitswelt, der sowieso vor allem vor dem Bildschirm stattfindet. Die Bereiche, in denen produziert oder Dienstleistungen vor Ort stattfinden, waren in der medialen Diskussion vollkommen unterbewertet.

Einige Kollegen und Kolleginnen aus dem Büro waren während der letzten Monate im Homeoffice, da funktioniert Remote ganz gut, allerdings sind bei uns, da wir sehr viel individuell herstellen, sehr viele Abstimmungen vor Ort notwendig. Da diese nicht immer planbar sind, kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten zwischen Produktion und Konstruktion. Auch unsere digitale Infrastruktur ist aufgrund der Komplexität einiger Konstruktionsprogramme, die wir nutzen, nicht immer auf diese Art der Remotearbeit vorbereitet.

Insgesamt sehe ich Homeoffice in unserem Bereich also maximal als partielle Ergänzung zum Büro, aber wir haben auch aus der Situation gelernt und werden weiter am Thema arbeiten. Die Möglichkeit dazu wird sicher auch zukünftig in unserer Welt ein nachgefragtes Kriterium bei der Mitarbeiterrekrutierung sein.

Im Übrigen hoffe ich, dass im Zuge der Homeoffice- Initiativen nicht eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht. Diejenigen, die eher „abarbeiten“ (Zahlen, Steuern, allg. Verwaltung etc.) “dürfen“ zu Hause arbeiten, diejenigen, die eher „kreativ“ oder teamorientiert arbeiten „dürfen“ eher ins Büro. Diese Separation wird sich sicher auch in Gehaltsunterschieden bemerkbar machen.

Spontanes Meeting oder Kaffeepause in der Alkove

Markus, wie stellst Du Dir Vertrieb in 5 Jahren vor? Stationärer Handel versus online? Ist eine hybride Variante vorstellbar?

Markus: Ja, das Thema ist sehr wichtig, ich denke der Markt wird bald überholt werden von Amazon und Co, das wird nicht mehr lange dauern und darauf muss man sich jetzt vorbereiten!

In jedem Fall braucht es eine starke digitale Kommunikation. Man muss sich überall präsentieren und expressive Auftritte gestalten. Natürlich gehört ein guter Vertrieb dazu, also gutes Personal als Markenbotschafter und natürlich brauchen auch die eine Kommunikationsstrategie.

Ich glaube, wir werden eine neue Ära an Flag-Ship-Stores erleben, wenn man die Bausteine Digitalisierung mit der physischen Experience zusammenbringt ist man bestmöglich positioniert.


Das Thema Messe: wie wird sich die Messelandschaft nach Ende der Pandemie entwickeln, werden Messen weiterhin diese Leuchtturmfunktion behalten?

Wolf: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Kollegen und Kolleginnen, die jetzt über Messen nachdenken, einfach so weitermachen wie bisher und die Vorstellung haben, dass auch Aussteller und Publikum so weiter machen, als wäre nichts gewesen. Andererseits bekomme ich wenig Echo aus diesem Bereich, kann also auch vollkommen falsch liegen. Andererseits sind Messen ein viel zu interessanter Wirtschaftsfaktor, als dass man diesen einfach fallen lassen kann. Aber es braucht definitiv neue Geschäftsmodelle.

Markus: Ich denke wir werden nicht mehr 45 Messen im Jahr haben, sondern eher Veranstaltungen mit gezielt angesteuerten Interessenten, die viel individueller angesprochen werden können, und wie schon vorhin gesagt, mehr Flag-Ship-Stores. Messen bedeuten immer sehr hohe Kosten, zumal man einen extremen Aufwand betreiben muss, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und seine Produkte so in Szene zu setzen, dass sie herausragen. Wenn ich an die großen Automessen denke, sind diese, was Markenbildung angeht immer noch die Leitsterne.

Aber: Das Kosten- Nutzen- Verhältnis ist in der Konzentration auf sehr wenige große Messen plus die erwähnten fokussierten Veranstaltungen wesentlich besser darstellbar. Ich fände es sinnvoll und spannend, eine richtig große Messe, zum Beispiel in Mailand zu haben, die dann über zwei Wochen alles zeigt, also auch nicht getrennt nach Privat, Büro und Retail, zumal die Grenzen hier auch immer fließender werden.

Bartresen in der Community Area. Manchmal werden hier auch Gin-Tastings angeboten…

Stichwort Nachhaltigkeit, Zertifizierung, Produktion Europa, CO2, Cradle to Cradle – was möchtet ihr hierzu sagen?

Wolf: Das ist ja nun ein großes Thema, von dem alle Welt spricht, dazu fällt mir ein Zitat von Karl Valentin ein: „es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen“. Aber im Ernst: Ich hoffe, dass sich in der Bürowelt eine sinnvolle Zertifizierungsstrategie durchsetzt, die das Nebeneinander unterschiedlichster Zertifikate beendet. Die aktuelle Situation ist weder von den Kunden noch von den Herstellern nachvollziehbar zu bewerten und dauerhaft zu handeln. Evtl. setzt sich ja die DGNB- Zertifizierung durch, das fände ich sinnvoll.

Aber unabhängig von der Zertifizierung finde ich es selbstverständlich, dass Produkte wie unser Supergrid nicht nur langlebig, und reparabel, sondern auch nach Nutzung sortenrein recyclingfähig sind. Und natürlich sollten die Dinge nicht um den halben Erdball reisen und Umweltbelastungen produzieren, die überhaupt nicht nötig sind.

Markus: Als Unternehmen muss man sicher nicht jedes Zertifikat umsetzen. Jedes Land hat andere Maßstäbe und Anforderungen. Wichtig ist, dass man als Marke guten Gewissens transparent mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen kann.

Was Du zuletzt angesprochen hast, das Recyceln und Mehrfachnutzen ist natürlich ein wichtiger Aspekt. Supergrid ist prädestiniert für ein zweites oder sogar drittes Leben!
Das war ja früher auch schon so, dass Startups oder Firmen, die mit kleinem Budget anfangen mussten und sich kein USM oder anderes hochpreisiges Produkt als Neuanschaffung leisten konnten, die Möbel gebraucht aufgetrieben hatten.

Wolf: Ja, man kann sich ja sicher irgendwann die Einzelteile vom Supergrid auf Ebay oder wo auch immer zusammenkaufen. Das finde ich eine schöne Vorstellung!

Helle, luftige Räumlichkeiten in der Design Post Köln

Dann noch zum Ende zu einem anderen Thema: Wird die Bedeutung von SM Auftritten einen großen Stellenwert behalten? Welche Plattform performed gerade am besten?

Markus: Wir sind bei Instagram und LinkedIn aktiv. Welche Plattformen für uns am besten funktionieren wird, wird sich zeigen, wir entwickeln uns weiter und auch Social Media verändert sich schnell.

Man sollte auf jeden Fall in Erwägung ziehen Social Media Marketing mit einer Vollzeitstelle zu besetzen, denn direkte Kommunikation ist so wichtig! Keiner will mehr statische Plattformen, die Anfragen weiterleiten und es dann tagelang dauert bis sie bei der verantwortlichen Person landen. Die Kommunikation muss bitte möglichst unbürokratisch, schnell, flexibel und freundlich sein! Das kann SM – wenn man es beherrscht!

Wolf: Wünschenswert wäre ein Medium, das Auffindbarkeit nach Produkten wie bei Architonic und der Bilderwelt und interaktive Beteiligung von Instagram und Pinterest mit einer Diskussionsplattform wie Facebook und LinkedIn verbindet…
Aber zum Erleben braucht man haptische Reize und Anwenderbeispiele, dafür ist euer WRKS.Space hervorragend geeignet. Wir freuen uns, dass wir dabei sind!

Ich freue mich, bald mehr von euch zu hören und zu sehen, wie sich WRKS und Supergrid weiterentwickeln. Das werden wir auf allen Kanälen verfolgen…

Danke euch und bis bald!

MBSY freut sich über einen Besuch! Termine können hier gebucht werden.

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